Wie Umwelt und Klima den Pollenflug verändern und was Ihnen im Alltag wirklich hilft.
Fließschnupfen und juckende Augen – viele schlagen sich schon seit Wochen mit Heuschnupfensymptomen herum. Kein Wunder – die Pollensaison beginnt immer früher.
Juckende Augen, Niesattacken, laufende Nase – für Millionen Allergiker und Allergikerinnen ist das Alltag. Viele berichten, dass ihre Beschwerden immer früher im Jahr beginnen und länger andauern als noch vor einigen Jahren. Was früher ein paar Wochen im Mai war, zieht sich heute oft von Februar bis Oktober hin. Die Folgen: Erschöpfung, verminderte Leistungsfähigkeit, schlechter Schlaf und oft auch psychische Belastung. Wir erklären, warum diese Entwicklung stattfindet, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und – wichtig – was Ihnen konkret hilft, um besser durch die Pollensaison zu kommen.
Rechtzeitig gegensteuern
Wer von Heuschnupfen betroffen ist, sollte zuerst einmal wissen, welche Pollen die Allergie bei ihm auslösen. Dann lässt sich schon zwei bis drei Wochen vor dem Pollenflug mit Medikamenten gezielt vorbeugen. Auch wenn der Heuschnupfen schon da ist, gibt es eine Reihe wirksamer Mittel, um die Symptome im Zaum zu halten. Kommen Sie einfach bei und in der Rathaus Apotheke in Unterschleißheim vorbei, wir helfen Ihnen gern weiter.
Was ist Heuschnupfen wirklich?
Heuschnupfen (medizinisch allergische Rhinitis) ist eine chronische allergische Reaktion des Immunsystems auf Pflanzenpollen. Pollen sind eigentlich harmlose Partikel, doch bei Allergikern erkennt das Immunsystem diese fälschlicherweise als Bedrohung. Es kommt zur Freisetzung von Histamin und anderen Botenstoffen – und damit zu klassischen Symptomen wie:
- Heftiges Niesen und Juckreiz
- Laufende oder verstopfte Nase
- Tränende, gerötete Augen
- Juckende Schleimhäute, teils Husten, Müdigkeit
Pollenallergie gehört zu den häufigsten allergischen Erkrankungen in Europa.
Warum beginnt die Saison früher und dauert länger?
In den letzten Jahrzehnten hat sich das Vegetationsverhalten vieler Pflanzen verändert – und damit auch der Zeitraum, in dem Pollen in der Luft sind.
Klimawandel: milde Winter und frühe Frühlinge
Steigende Durchschnittstemperaturen führen dazu, dass Pflanzen früher als früher mit der Blüte und damit mit der Pollenproduktion beginnen. Gleichzeitig verlängert sich die Zeit bis zum ersten Frost im Herbst. Studien aus Deutschland und Europa zeigen klar:
- höhere Temperaturen stehen im Zusammenhang mit einem früheren Beginn des Pollenflugs und verlängerten Pollenzeiten
- mildere Winter lassen Bäume wie Hasel oder Erle schon im späten Januar oder Februar Pollen freisetzen – lange bevor die klassische Pollensaison eigentlich startet
- insgesamt verlängert sich die Zeit, in der Allergiker Pollen ausgesetzt sind
Mehr Pollen, mehr Arten
Durch klimatische Veränderungen und steigende CO₂-Konzentrationen produzieren Pflanzen nicht nur früher, sondern oft auch mehr Pollen. Zudem breiten sich invasive Arten wie Ambrosia (Beifuß-Ambrosie) stärker aus, die besonders stark allergen wirken können (Quelle: Allergieinfos Helmholtz München).
Luftverschmutzung verändert Pollen und Reaktionen
Studien legen nahe, dass Luftschadstoffe (z. B. Feinstaub, NO₂) Pollen anhängende Partikel schaffen oder die Pollen selbst verändern, sodass sie allergener wirken. Das kann die Empfindlichkeit des Immunsystems steigern und stärkere Beschwerden auslösen – insbesondere in städtischen Gebieten.
Was bedeutet das für Allergiker?
In der Praxis heißt das: Betroffene sind oft von frühjährlichem Frühjahr bis in den Herbst hinein unter Symptomen, teils sogar fast ganzjährig. Zudem nehmen die Fallzahlen zu. In Deutschland leidet ein wachsender Teil der Bevölkerung an allergischer Rhinitis; bereits mehr als jeder sechste Erwachsene ist betroffen. Allergiker müsse sich auf immer zeitigere und längere Pollenflugzeiten einstellen. Besonders früh fliegen Hasel-, Erlen- und Birkenpollen, gefolgt von Gräsern und später Ragweed/Beifuß-Ambrosie – was die Saison stark beeinflusst.
Diagnostik – worauf reagiere ich?
Eine genaue Diagnose durch einen Facharzt oder Allergologen ist wichtig, weil Symptome von Heuschnupfen leicht mit einer Erkältung verwechselt werden können. Übliche Verfahren sind hier der Hauttest (Prick-Test) und der Bluttest (spezifisches IgE). Beim Hauttest werden Allergene auf die Haut aufgebracht, um Reaktionen zu beobachten. Beim Bluttest erfolgt der Nachweis der Allergie über das Immunsystem. Hinweise kann auch die Analyse des Pollen- und Symptommuster geben: Kombiniert mit einem Pollenflugkalender lässt sich oft eine saisonale Zuordnung treffen.
Was hilft – kurzfristig und langfristig?
Viele Maßnahmen können kurzfristig helfen, Symptome zu lindern, besonders in der Hochsaison:
- Antihistaminika: Tabletten oder Tropfen zur Steuerung der allergischen Reaktion
- Augentropfen: Speziell für juckende, tränende Augen
- Nasensprays: Mit antiallergischer Wirkung; ggf. kombinierbar mit Kortison-Basis zur Entzündungshemmung
- Pollenschutz: Pollengitter am Fenster, häufiges Haarewaschen, Sonnenbrille draußen
Antihistaminika sind im Apotheken-Sortiment in verschiedenen Wirkstärken und Darreichungsformen verfügbar – sprechen Sie uns an, welche für Sie am besten geeignet sind.
Langfristige reicht eine Beschränkung auf nur symptomlindernde Therapien oft nicht aus. Dann ist an eine allergenspezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) zu denken. Diese Behandlung kann die Ursache der Allergie angehen, indem sie das Immunsystem an das Allergen gewöhnt. Sie kann langfristig zu deutlich weniger Beschwerden führen, teilweise sogar zur Heilung bestimmter Pollenallergien.
Hilfreich ist in vielen Fällen auch die Allergenkarenz: Hierzu regelmäßig den Pollenflugkalender verfolgen und Aktivitäten entsprechend planen, z. B. Spaziergänge nach Regen, Lüften am späten Abend statt morgens. Der Deutsche Wetterdienst bietet im Internet einen Pollenflug-Gefahrenindex für die acht häufigsten Pollenarten in Deutschland (Hasel, Erle, Esche, Birke, Süßgräser, Roggen, Beifuß und Ambrosia). Hier können Sie sich auch für einen Newsletter anmelden, der täglich über den erwarteten Pollenflug informiert.
Führen Sie auch ein Symptomentagebuch, um Auslöser zu erkennen – das hilft dem Arzt/der Ärztin und Ihnen, die Therapie anzupassen.
Heuschnupfen kurz & knapp
Heuschnupfen ist mehr als „nur Frühjahrsschnupfen“: Durch den Klimawandel, mildere Winter und längere Vegetationsperioden beginnt die Pollensaison immer früher und dauert länger als früher. Gleichzeitig wird mehr Pollen produziert, und Luftverschmutzung kann die allergene Wirkung verstärken. Die Folge: Mehr Menschen sind betroffen, und die Belastung im Alltag steigt.
Doch es gibt gute Nachrichten: Mit einer kombinierten Strategie aus Diagnostik, akuter Therapie und langfristigen Maßnahmen einschließlich spezifischer Immuntherapie können Sie Ihre Lebensqualität deutlich verbessern. Ihre Rathaus Apotheke hilft Ihnen gern bei der Auswahl geeigneter Präparate, der Interpretation von Pollenflugkalendern und der Vorbereitung auf das nächste Allergiejahr.
FAQ: Häufige Fragen zu Heuschnupfen
Wann beginnt die Pollensaison in Deutschland?
Sie ist heute meist von Februar bis Oktober – mit Beginn durch Hasel und Erle schon im späten Winter.
Warum habe ich als Erwachsener plötzlich Heuschnupfen?
Neue Sensibilisierungen können auftreten – durch Klimafaktoren, Luftschadstoffe und veränderte Immunsystemreaktionen.
Helfen Nasenduschen gegen Heuschnupfen?
Ja, eine Nasendusche kann helfen. Als Ergänzung zur Therapie spülen sie Pollen aus der Nase und können die Beschwerden mildern.
Beeinflusst Ernährung meinen Heuschnupfen?
Antientzündliche Ernährung kann die allgemeine Schleimhautgesundheit unterstützen, ist aber kein Ersatz für medizinische Therapie.
Kann man Heuschnupfen dauerhaft heilen?
Immuntherapie kann die Ursache behandeln und langfristig zu deutlicher Verbesserung oder Remission führen.
Zum richtigen Zeitpunkt starten
Starten Sie die Therapie rechtzeitig, bevor die Saison vollständig beginnt. Viele antiallergische Präparate wirken besser, wenn sie präventiv eingenommen werden (z. B. ein bis zwei Wochen vor dem erwarteten ersten Pollenflug). Nutzen Sie Apps oder Pollenflugkalender, um den optimalen Zeitpunkt zu erkennen.
Wenn Beschwerden trotz Standardtherapie sehr stark sind oder asthmatische Symptome auftreten (z. B. Atemnot), suchen Sie bitte ärztliche Abklärung – insbesondere vor Beginn einer Immuntherapie.
Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Rathaus Apotheke in Unterschleißheim . Stand 02/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.
Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Rathaus Apotheke in Unterschleißheim vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.
Robert Müller,